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Kinder kochen wie Profis, und ich bin als japanische Jurorin mit dabei ...

Kinder kochen wie Profis und ich bin als japanische Jurorin mit dabei ...

1. Kochduell der Schüler-Gourmetfraktion auf der INTERNORGA 2010

Ein Bericht von Shoko Kono

  

 

  

 

In der gläsernen Küche der Internorga finden bis Mittwoch, den 17. März, Kochwettbewerbe für Köche und Azubis statt, die von Ctefan Wohlfein organisiert werden. Einen Bericht darüber mit vielen schönen Fotos wird Ctefan erstatten, deshalb spare ich meine Zeit und Kraft.

 

„1. Nationales Kochduell der Schüler Gourmet-Fraktion“, es war ein Titel eines Kinderkochwettbewerbs in der gläsernen Küche von Internorga, an dem ich als Jurorin arbeiten durfte. Am Sonntag, den 14. März 2010 sammelten sich Kinder aus vier Realschuhlen. Jede Schule hat ein Gericht eines viergängigen Menüs gekocht.

Die Kinder (genaugesagt die vierzehnjährigen Jugentlichen) waren keineswegt aufgelegt, nur einwenig Scheu vor fremden Leuten war zu sehen.

 

Alle Gruppen hatten hohe Konzentration und leisteten eine sehr gute Teamarbeit. Es war aber erstauenlich, die Kinder konnten gut mit Messern umgehen! Ich gebe Kochkurse für Erwachsene, aber oftmals muss ich meine Augen zumachen oder weg schauen, weil viele Erwachsenen mit Messern in einer sehr komischen Art umgehen.

Der Vorspeisenteller wurde vom Team der Realschuhle Herrsching am Ammerseee zubereitet. Es war ein kunstvoll angerichteter Fisch-Vorspeisenteller aus rohem Thunfisch in Wasabi-Mantel, Seibling-Tatar und überbackenem Jacobsmuschel in rohem Zustand. Falls der Teller in einem Dreisterne-Restaurant serviert worden wäre, hätte keiner gemerkt, dass der Teller von Kindern zubereitet wurde. Es finde ich aber manchmal schade, dass ich so ein Argument höre, „uuuuh, der Thunfisch ist sehr scharf von Wasabi und lecker!“. Ja, viele Leute finden Wasabi-Imitat aus weißem Meerrettich, Chili, Senf und Farbstoff sehr gut, aber der Geschmack von Thunfisch wird nie gelobt. Schade um teueren Thunfisch. Und ich würde Jacobsmuscheln von TK-Produkt niemals roh anbieten, weil sie qualitativ nicht immer gut sind und sowieso keinen Geschmack mehr in sich haben. 

Der zweite Gang wurde vom Team der Staatlichen Realschule Buchloe zubereitet. Es war ein sehr schönes Süppchen aus drei Paprika-Farben mit frittiertem Pilzragout-Wan Tan. Um die Schale von Paprika zu entfernen, grillen Fernsehr-Köche Paprikas, bis sie schwarz sind. Aber das Team wusste es, dass man Paprika mit Schäler schälen kann. Ich habe Respekt davor, dass das Team mehr als 30 Paprikas geschält hat. Ich hätte ja gesagt, „ich habe keine Lust mehr zu schälen“.  Und der Höhepunkt der Süppchen-Zubereitung war, das Eingießen von drei Paprika-Suppen in Schalen. Drei Schüler(innen) hatten jeweils eine rot-, gelb- oder grünfarbige Suppe und gossen gleichzeitig in eine Schale. Die Dreierei-Farbe war sehr schön. Als Akzent kam der knackig frittierte Pilzragou-Wan Tan. Es finde ich aber schade, dass die Suppen nicht mit Kartoffel oder Sahne zubereitet wurden, um eine dickflüssige Konsistenz zu erhalten.

Das Hauptgericht wurde vom Team der Realschule Schenefeld bei Hamburg zubereitet. Es war ein sehr fein zubereiteter Teller aus gefülltem Maispoulardenbrust, einem pfefferscharfen Vanillenjud, Sauerrahm-Navettenstreifen und Pancetta-Pecorinoflan. Der Geschmack der Maispoularde wurde keineswegs durch Gewürze getötet, das scharfe Vanillejud gab einen Kick für die Maispoularde, die Sauerrahm-Navetten (Mairüben) waren durch die natürliche Süße der Navetten deliziös, und der Pancetta-Pecorinoflan hatte eine passende Konsistenz zu den anderen. Leider war der Teller, auf dem das Gricht angerichtet wurde, zu klein. Wenn es auf einem großen Teller angerichtet worden wäre, hätte ich gesagt, „Wow, es ist ein Hauptgeicht, das ich oft essen möchte“.  Auch wenn ich eine böse Jurorin bin, habe ich keinen Kritikpunkt gefunden.

Der Nachtisch wurde vom Team der Benedictus-Realschuhle Tutzing/Starnberger See zubereitet. Es war eine gute Komposition aus warmem Schokoladenküchlein, Kumquatsragout, Sahne mit Kaffeegeschmack(?) und einem hausgemachten Fruchtgetränk. Der Kuchen ist gut gelungen, und beim Essen floss die warme Schokolade aus dem Kuchen. Das Team hat mühesam Hunderten von Kumquats entkernt und klein geschnitten. Und nach der großen Anstrengung geling dem Team, Zuckerdeko zuzubereiten. Ich bin keine Nachtischesserin, aber die Kombination von süß, sauer und bitter machte mich glücklich.

Nach der Zubereitung der Speisen durften schaulustige Zuschauer das Menü genießen. Ich hätte in einem guten Restaurant das Menü für € 50,- verkauft, aber diesmal gaben Leute, die Teller probiert haben, Spende für Stiftung KinderHerz.

Auf der Messe Internorga habe ich viele nette Leute, wichtige Leute, Freunde und Mitglieder von Koechenetz getroffen. Es lohnt sich, diese Messe zu besuchen. Falls Ihr noch keinen Plan für die kommenden Tage habt, macht Ihr euch auf die Achse nach Hamburg!

15.03.2010, 17:11 von Shoko | 19878 Aufrufe
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