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Erich Häusler - Kinderernährung / kinderkochen

Erich Häusler - Kinderernährung / kinderkochen

Fast-Food enthält laut Aussage der Hersteller sowie einiger Ernährungswissenschaftler alle notwendigen Nährstoffe. Wo sehen Sie das größte Problem bezüglich der Ernährung unserer Kinder?

Ein Hamburger steht auf der Liste der Lieblingsgerichte von Kindern sicherlich ganz weit oben. Klassisch mit Ketchup, Gurke, Zwiebeln, Tomate und Hackfleisch hat er rund 300 Kalorien. Aber ist das viel oder wenig und was könnte man für diese Menge sonst bekommen? Zum Vergleich: Rund 300 Kalorien stecken auch in einem leckeren Gericht aus Brokkoli, Seelachs mit etwas Kartoffeln und Sauce. Ähnlich lecker wäre ein Obstsalat bestehend aus einer kleinen Banane, einem Apfel, einer Kiwi und ein paar Trauben. Diese beiden Varianten sättigen lange. Das liegt vor allem an dem richtigen Verhältnis an komplexen Kohlenhydraten und Ballaststoffen.

Und genau das macht den Unterschied zum Burger: Dieser liefert schnell Energie, doch durch den Mangel an wertvollen Nährstoffen stellt sich das Hungergefühl rasch wieder ein. Also muss „nachgefüllt“ werden und am Ende des Tages stehen zu viele Kalorien auf der Waage. So führt täglicher Burger-Konsum – eventuell sogar zusammen mit Pommes und Cola – auf Dauer in die dicke Richtung.

 Bitte erklären Sie falsch verstandene Ideale in unserer Gesellschaft im Zusammenhang mit ungesunder Ernährung?

 Die Ernährung von Kindern wird stark von den Wertvorstellungen der Eltern geprägt. Ernährungsgewohnheiten werden bereits im Kleinkindalter entwickelt und sind etwa bis zum 10. Lebensjahr gefestigt. Eltern, die sich „alternativ“ ernähren, möchten auch ihre Kinder mit dieser Ernährungsform aufziehen. Trotz des zunehmenden Angebots an Bio-Produkten, erhalten gerade Kinder heute eine einseitige und damit unzureichende Ernährung. Unter anderem auch unterstützt durch so genannte Kinder-Nahrungsmittel. Diese vermitteln den Eltern das Gefühl etwas Gutes für ihre Kinder zu tun, doch in den meisten Fällen sind diese Produkte eher kontraproduktiv. Denn nicht nur Ketschup besteht zu fast einem Drittel aus reinem Zucker, dieses trifft auch auf vermeintlich gesunde Produkte wie einem probiotischen Joghurt-Drink zu, in dem z.B. vier Würfel Zucker aufgelöst enthalten sind. Selbst bei dem Hinweis „ohne Zusatz von Zucker“ ist Vorsicht geboten, ist diesen Produkten doch meistens industriell hergestellte Fructose zugesetzt, die dann falsch verstanden als natürliche Süße interpretiert wird.

Gesundheitsförderndes Ernährungsverhalten muss also von klein an gelernt und gefestigt werden. Essen muss dabei aber viel mehr sein als satt zu werden. Genießen mit allen Sinnen gehört ebenso dazu wie der Esstisch als Ort der Kommunikation und Freude. Kinder, die täglich zu bestimmten Tageszeiten gemeinsam mit ihrer Familie essen, sind weiniger gefährdet Ernährungsprobleme zu bekommen. Und sie lernen ganz nebenbei soziales Verhalten und jede Menge über Ernährung.

Dabei sind Eltern das wichtigste Vorbild: Wer selber mit Genuss in einen Apfel beißt, macht auch seinen Kindern Appetit darauf. Wer dagegen in seinem Salat rumstochert oder gehetzt sein Essen runterschlingt, bringt auch seine Kinder nicht auf den Geschmack.

 Wie muss die ideale Zusammensetzung der Ernährung für ein 7 bis 12-jähriges Kind aussehen?

Welche Nährstoffe benötigt diese Zielgruppe?

Kann schon bei dieser Altersgruppe Krankheitsprävention durch Ernährung betrieben werden und wenn ja, wie?

 Eine omnivore Mischkost bietet die größte Sicherheit für die optimale Nährstoffversorgung unserer Kinder und eignet sich daher am Besten als Präventionsernährung von Kindern und Jugendlichen. Beginnen sollten wir damit schon bei den Kleinkindern und nicht erst im Schulalter. Eine ausgewogene Nährstoffversorgung ist gewährleistet, wenn die Zusammensetzung der drei Hauptnährstoffe Kohlenhydrate, Eiweiß und Fette, verbunden mit ausreichend Vitaminen, Mineral- und Ballaststoffen stimmig ist. Gerade die Kombination aus pflanzlichem und tierischem Eiweiß ist für das Wachstum und Leistungsfähigkeit der Kinder wichtig. Neben Fisch und Fleisch gehören täglich mindestens fünf Obst- und Gemüseportionen auf den Speiseplan. Die Hand des Kindes ist dabei übrigens das Maß für die Kinderportion. Nichts gegen Brot und Pasta, aber das Verhältnis muss stimmen: Statt einen Berg Nudeln mit einem Klecks Tomatensoße garnieren, lieber die Nudeln als Beilage zum Gemüse essen. Ergänzt durch eine Auswahl naturbelassener Milchprodukte, können wir einen gesunden Speiseplan für unsere Kinder gestalten. Dazu: kalorienarme Getränke, am Besten Leitungs- und Mineralwasser oder ungesüßte Tees.

 Zu einer ausgleichenden Energiebilanz gehört natürlich auch Bewegung. Regelmäßige Bewegung vermeidet nicht nur Übergewicht, sondern stärkt auch Herz und Kreislauf, Muskeln, Sehnen, Bänder und Knochen. Bewegung schult die Koordination, baut Stress ab und stärkt das Selbstbewusstsein, und auch das ist wichtig fürs Gehirn. Bei jeder Bewegung bilden sich neue Vernetzungen zwischen den Nervenbahnen. Das gilt für Kinder und Erwachsene.

 Fast-Food = Fun-Food – Wie können Kinder und Jugendliche von einem anderen, gesünderen Ernährungskonzept überzeugt und auch dauerhaft begeistert werden?

 Wichtig ist es, Abwechslung zu schaffen: ……

 Kochkurse in Kindergärten – Welche Erfahrungen haben Sie auf diesem Gebiet? Wie werden solche Maßnahmen angenommen? Behindert die Bürokratie hier den Ansatz?

 In Kindergärten und Schulen gibt es viele Möglichkeiten, die Kinder direkt anzusprechen. Allerdings erreicht man sie nicht über den Kopf, sondern über die Emotionen. Spaß und Experimentierfreude müssen im Vordergrund stehen, Erlebnisveranstaltungen sind gefragt. Das kann z.B. ein gemeinsames Frühstück, Kochen, Grillen oder Picknick sein, quasi eine Lektion über das Essen mit allen Sinnen.

 

20.08.2009, 19:02 von Erich Häusler | 21433 Aufrufe
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